Schülerinnen und Schüler des Wirtschaftsgymnasiums auf den Spuren von Goethe und Schiller
Studienfahrt nach Weimar

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Studienfahrt nach Weimar

Schülerinnen und Schüler des Wirtschaftsgymnasiums auf den Spuren von Goethe und Schiller

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Noch vor dem Glockenschlag zur ersten Stunde hatten wir uns alle im Hauptbahnhof versammelt.
Auf der Fahrt lernten wir uns gegenseitig etwas näher kennen, bisher hatte man sich nur, wenn überhaupt, auf dem Schulhof oder in den Q-Seminaren gesehen. Gegen frühen Nachmittag hatten wir unser Ziel erreicht: Weimar, eine Stadt beeinflusst von Größen wie Goethe und Schiller sowie Geburtsort des Bauhausstils.
Unser erster Programmpunkt war es, zunächst einmal in der Jugendherberge anzukommen. Für mich war es die bisher sauberste Herberge, die ich je gesehen hatte. Jedes Zimmer war auf maximal drei Personen ausgelegt und hatte ein eigenes geräumiges Bad. Nachdem wir das Gelände ein wenig erkundet hatten, mussten wir uns ein beeilen, um schnell zu unserem nächsten Programmpunkt zu kommen, einer Stadtführung mit Treffpunkt auf dem alten Marktplatz. Die Führerin erzählte uns einige lustige Anekdoten, z.B., dass das Rathaus erstaunlich oft und immer genau dann abgebrannt sei, wenn der Bürgermeister ein neues haben wollte. Was für ein komischer Zufall.
Ebenso interessant war ein Baum, der normalerweise nur in China vorkommt, ein Gingkobaum, welchem Goethe ein Gedicht gewidmet hat.

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut,

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin?

Johann von Goethe, 1815

Der zweite Tag startete ebenso ereignisreich. Nach einem üppigen Frühstück machten wir uns auf den Weg zum gerade erst im April neu eröffneten Bauhausmuseum. (Wer sich schon immer gefragt hat, woher Ikea seine Ideen nimmt, der wird hier garantiert fündig werden.) Der nächste Programmpunkt war das ehemalige Wohnhaus Schillers, welches dieser 1802 für ein kleines Vermögen von 4200 Reichstalern erwarb. Dafür lag es auch schon damals im Stadtkern in allerbester Lage und ist dazu noch sehr groß und geräumig. Kleine Anekdote am Rande: Schillers Frau verlor mit ihrer Heirat den Adelsstand und somit auch ihren Zugang zu Hofe. Damit sie dort wieder Zugang bekam, erhob der Herzog die Familie Schiller in den Adelsstand. Gerüchte besagten, dass die Idee dazu von Goethe kam, der zu der Zeit ein enger Vertrauter des Herzogs war und Schillers Frau gerne am Hofe sah.

Weiter ging es zum Haus der Weimarer Republik. Dort war aufgearbeitet, was von der Gründung bis zum Niedergang der Republik politisch, technologisch und auch gesellschaftlich passiert war. Das Haus liegt direkt gegenüber des Nationaltheaters, welches später am Tag noch eine Rolle spielen sollte. Unterwegs gab’s ein leckeres Eis und ein wenig später besuchten wir das Café in der Bauhausuniversität. Dort konnte man vor allem den Unterschied zwischen Gegenwart und Vergangenheit beobachten - auf der einen Seite das alte herrschaftliche Gebäude und auf der anderen Seite die modern eingerichteten Arbeitsräume, durch deren große Glasfenster man direkt hineinsehen konnte. Kurze Zeit später spazierten wir durch die wunderschön gestalteten Gartenanlagen und betraten das erste von Goethe bewohnte Haus in Weimar. Jedes seiner Häuser war ein Geschenk des Herzogs gewesen, so musste sich Goethe im Gegensatz zu Schiller nie Sorgen um Immobilienpreise machen.

Gegen frühen Abend machten wir uns auf den Weg zum Nationaltheater. Als wir das Gebäude betraten, war ein Wechsel der Atmosphäre, die einstige Größe und Erhabenheit aus vergangener Zeit, zu spüren. Das Stück, welches wir uns ansahen, hieß Love Letters. Leider war dies auch schon der letzte Programmpunkt unserer schönen Projektfahrt.
Am nächsten Tag ging es wieder Richtung Heimat. Ich denke, wären wir ein bis zwei Tage länger geblieben, hätten wir noch mehr von dieser schönen Stadt und ihrer bewegten Vergangenheit erleben können.
An dieser Stelle möchte ich mich auch noch einmal bei unseren Lehrern Frau Geisler und Herrn Behrendt bedanken, die mit uns die schöne Reise unternommen haben.

Ein Bericht von Haakon Jobmann (WG 72/Jg. 13)

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