Individualisierung in den Schulformen

Im Klassenraum treffen viele verschiedene Nationalitäten mit unterschiedlichsten Talenten und Fähigkeiten in verschiedenen Disziplinen (Fächern) aufeinander. Individualisierung ist also unabdingbar für eine disziplinübergreifende Allgemeinbildung. Doch wie wird das an unserer Schule umgesetzt?

Individualisierte Lernphasen finden überall im Unterrichtsgeschehen statt. Die Umsetzung ist dabei abhängig von den Themen und Unterrichtsinhalten in den verschiedenen Fächern und erfolgt u.a. mit Hilfe von Lernjobs auf verschiedenen Niveaustufen, Lernlandschaften, Portfolioarbeit, Lernvideos usw. In diesem Rahmen wird den Schülerinnen und Schüler die größtmöglichen Spielräume gewährt, um selbstverantwortlich zu arbeiten.
Können die Schüler das überhaupt leisten? Alles alleine planen, umsetzen, vorstellen? Nein, nicht sofort. Jeder muss seine eigenen Stärken und Schwächen erkennen, um bewusst daran und damit zu arbeiten. Diese meist schwierige reflexive Leistung unterstützen und professionalisieren wir an unserer Schule mit dem intern entwickelten Programm „Lernen neu lernen“ . Im weiteren Verlauf der Schulkarriere bieten wir zudem jederzeit Lerncoaching-Einzelgespräche, im Fach Mathe einen Förderkurs der Fachlehrer und organisieren den Nachhilfeunterricht „Schüler-helfen-Schülern“. Darüber hinaus bieten wir eine Projektwoche, bei der die Schüler aus vielen Projekten individuell wählen können, um sich selbst voranzubringen.

Das setzt natürlich ein wenig Initiative und Engagement voraus und so hat an der BS28 jeder die Möglichkeit neuen Rekorde aus sich rauszuholen. Die individuellen Angebote sind da. Jetzt liegt es bei den Schülern: Dabei sein ist alles.

a.    Individualisierung am Beruflichen Gymnasium
b.    Individualisierung in der IT-Abteilung
c.    Individualisierung bei den Büromanagern
d.    Individualisierung im Vorbereitungsjahr der jungen Migranten und Migrantinnen

iL im Fach Deutsch

In Klasse 11 in Deutsch besteht die Hauptaufgabe darin, die fachspezifischen Kompetenzen der SuS anzugleichen und damit die Vorbereitung für die Arbeit in der gymnasialen Oberstufe zu schaffen. In den „Bildungsstandards Deutsch Abitur“ aus dem Jahr 2012 heißt es dazu:

 

„Für die unterrichtliche Arbeit in der Sekundarstufe II sind eine vertiefte Beschäftigung und gründliche Auseinandersetzung mit Literatur, Sprache und Kommunikation charakteristisch. Dabei erwerben die Schülerinnen und Schüler sowohl ausgeprägte produktive und rezeptive Text- und Gesprächskompetenz als auch literarhistorisches und ästhetisches Bewusstsein. Besonderes Gewicht erhält die Entwicklung der Argumentations- und Reflexionsfähigkeit in Bezug auf die Bereiche des Faches und in fächerübergreifenden Kontexten.“

 

Da die Voraussetzungen bezüglich dieser Kompetenzen erfahrungsgemäß sehr unterschiedlich sind, hat es sich bewährt, neben dem „herkömmlichen“ Unterricht immer wieder individualisierte Arbeitsphasen einzusetzen, in denen die SuS Materialien auf der für sie jeweils passenden Niveaustufe bearbeiten (A2 bis B2), um so mögliche Wissenslücken zu füllen. Dafür verwenden wir Lehrer teils selbst erarbeitete Unterrichtsmaterialien, teils greifen wir auf Material der Schulbuchverlage zurück, die inzwischen eine Reihe von individualisierten Aufgaben bereitstellen.

Die SuS sollen idealtypisch am Ende der Klassenstufe u.a. in der Lage sein, auf der vorgesehenen Niveaustufe literarische und pragmatische Texte zu untersuchen und zu erörtern. Das setzt im Einzelnen eine Kenntnis der verschiedenen Genres (Epik, Lyrik, Dramatik) voraus, dazu gehören darüber hinaus Kenntnisse über die literarischen Epochen (vom Mittelalter bis zur Neuzeit), literarische Mittel (z.B. Metaphern, Alliterationen, Anaphern usw.) und ihre Funktion, und natürlich eine korrekte Beherrschung der Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik.

In Klasse 12 und 13 werden, abhängig von den jeweiligen Themen des Zentralabiturs, auch immer wieder ergänzend individualisierte Phasen eingebunden, und zwar wie in Stufe 11 in Form von Portfolioarbeit oder Arbeit mit einer Lernlandschaft oder einem Arbeitsplan. In allen drei Klassenstufen spielen auch kreative Arbeitsaufgaben eine große Rolle, hier können die SuS in der Regel aus einer Reihe von Vorschlägen die ihnen gemäße Arbeitsform auswählen.

iL im Fach Wirtschaftslehre

Im Fach „Wirtschaft“ bietet es sich natürlich an, ganz nah an der Berufswelt zu arbeiten. Auch da gibt es die unterschiedlichsten Neigungen und Zielsetzungen. Diese sollen in einer Geschäftsidee münden, die den Interessen und Vorlieben jedes einzelnen Schülers Rechnung zu tragen. So erarbeiten die Schüler in Klasse 11 kleingruppenweise einen (abgespeckten) Businessplan: Jede Gruppe zu einem Thema und mit einer Idee, die sie interessiert. Die modulare Aufgabenstellung bietet weitere Spielräume bei der Erarbeitung und zudem gestaltet sich die Arbeit problemlösungsorientiert, kreativ und kooperativ – in jeder Gruppe und für jeden Schüler ganz individuell. Die tollen Ergebnisse werden dann vor externen Fachleuten von einer Bank/einem Ausbildungsbetrieb vorgestellt und besprochen – auch hier erfolgt das Feedback individuell.

 

In der Studienstufe setzt sich der projekt- und problemorientierte Unterricht fort: mit einem Marketingfall bspw. zu Weißware oder in einem Getränkehandel, einer Kapitalbedarfs- und –beschaffungsplanung für u.a. einen PC-Produzenten oder bei der Produktionsprogrammgestaltung z.B. bei einem Möbelhersteller. Immer kollaborativ und EDV-gestützt, so dass jeder seine eigenen Stärken ausbauen und von anderen lernen kann.

iL im Fach Datenverarbeitung